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Wasser marsch! für Weihrauch-Arm

Von Ulf Grieger

Friedrichsaue (MOZ) Mit dem Heben des Wehres nahe der Weihrauch-Eiche hat Dietmar Schulze, Abteilungsleiter Boden- und Gewässerschutz des Infrastruktur- und Landwirtschaftsministeriums, gestern den Altoderarm Weihrauch freigegeben. Das Gewässer ist für rund 1,12 Millionen Euro reaktiviert worden. Vertreter von Land, Kreis und Betrieben würdigten die Bedeutung der Maßnahme für die Region.

Der Weihrauch schlängelt sich wider über rund 1,8 Kilometer vom Strom bei Golzow zum Sanssouci-Wäldchen bei Friedrichsaue. Seit dem Bau des Richtgrabens vor rund 300 Jahre war das natürliche Gewässer mehr und mehr verlandet, so dass nur noch verschlammte Tümpel übrig blieben. Axel Hulitschke, der Deichverbandsingenieur ist in Friedrichsaue aufgewachsen, hatte diesen Prozess in den vergangenen 30 Jahren beobachtet und nach Möglichkeiten gesucht, den alten Oderarm wieder in ein fließendes Gewässer zu verwandeln. Die ergab sich mit dem Förderprogramm zur Sicherung des Landeswasserhaushalts. Einer Förderrichtlinie, die auf eine Idee des ehemaligen Landwirtschafts-Staatssekretärs und jetzigen Abteilungsleiters im Ministerium Dietmar Schulze zurückging. Seit 2001 wurden von den Gewässerunterhaltungsverbänden bereits 400 Maßnahmen mit einem Gesamtvolumen von jährlich rund zwölf Millionen Euro realisiert, informierte Schulze. "Und wir setzen das auch unter den neuen Bedingungen fort", versicherte er.

Die Bedeutung des Weihrauch-Projektes für das Oderbruch unterstrich auch die prominente Teilnehmerschar. Neben dem Deichverbandsvorsitzenden Bernd Hoffmann waren auch Bauernverbandsvorsitzender Henrik Wendorff, Karsten Radderkopp vom Amt für Flurneuordnung, WAZ-Vorsitzender Udo Schulz, Vertreter der Kreisverwaltung, Bürgermeister und Landwirte nach Friedrichsaue gekommen.

Katrin Blume, Planerin des Projektes, hat die für die Wiederbelebung des Gewässers nötigen Arbeiten dokumentiert (siehe Stichwort-Kasten). Aus den drei Restlöchern musste nicht nur der Schlamm von Jahrhunderten entfernt werden, sondern auch die Altlast aus dem Weltkriegskämpfen vor 65 Jahren. Aber auch kulturelle Zeitzeugen wie eine Eisaxt und ein Fischspeer waren bei der Entschlammung ans Tageslicht gekommen. Diese Gegenstände hat Dorfmuseumsleiter Helmut Hulitschke aufgearbeitet und in Friedrichsaue ausgestellt. "Wenn man so eine Reaktivierung beginnt, dann ist es wie im Blättern eines Geschichtsbuches", machte GEDO-Chef Martin Porath deutlich. Auch wenn die Natur durch das Projekt Vorteile habe - so sind zum Beispiel ideale Laichplätze für Fische entstanden - habe es sich nicht um eine Renaturierung gehandelt. Denn das Oderbruch könne nur als künstlich trocken gehaltener Flusspolder verstanden werden. In diesem Sinne diene der Weihrauch-Altoderarm auch der Landwirtschaft auf den Flächen die es durchfließt. Beste Böden, wie Dr. Manfred Großkopf, Geschäftsführer des dort wirtschaftenden Landwirtschaftsbetriebes, betonte. Der Boden, der beim Grabenbau und Sedimentaushub angefallen ist, komme der Befestigung des Weges am Genschmarer See und der Reitplätze zu Gute, so Martin Porath.

An dem Millionenprojekt, das noch nicht abgeschlossen ist, seien 43 Unternehmen beteiligt gewesen, die damit Arbeitsplätze vor Ort sichern konnten. Da für einige dieser Beschäftigten jetzt die Verträge auslaufen, gab der Deichverband bekannt, dass die Maßnahmen fortgesetzt werden.

Porath übergab den Bürgermeistern von Golzow und Zechin, Klaus-Dieter Lehmann und Dieter Rauer, Dokumentationen der Reaktivierung. Der Deichverband hat das Projekt für den Karl-Imhoff-Preis der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft (DWA) eingereicht.

Freitag, 22. Januar 2010

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