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Noch immer nasse Keller und Felder
Von Ulf Grieger
Hohensaaten/Seelow (MOZ) "Warum funktioniert die Entwässerung des Oderbruchs
nicht richtig? Seit wir hier Anfang der 80er Jahre den Hof übernommen haben,
haben wir erstmals Wasser im Keller. Meine Felder stehen unter Wasser. Und
der Deichverband hat noch keine genehmigte Satzung, muss von den Rücklagen
alles finanzieren. Wie soll das weitergehen?" Gerd Hasse, Land- und Tierwirt
aus Güstebieser Loose, schimpft nicht von ungefähr. Er sitzt in der
Verbandsversammlung des Deichverbandes GEDO, kennt die Probleme im Oderbruch
seit Jahrzehnten. "Liegt es daran, dass wir das Wasser nicht übers Wehr
Hohensaaten wegbekommen? Sind die Schöpfwerke kaputt?"
Tatsächlich ist die Situation am Wehr Hohensaaten auf Grund der dortigen
Sanierungsarbeiten nicht unkompliziert. Das 1913 errichtete Wehr sorgt
dafür, dass die Havel-Oder-Wasserstraße bis nach Niederfinow und im
Oderbruch bis nach Bad Freienwalde schiffbar bleibt. Gleichzeitig wird das
gesamte aus dem Oderbruch abgepumpte Wasser über dieses Bauwerk in die
Hohensaaten-Friedrichsthaler-Wasserstraße bzw. die Westoder abgelassen. Nach
fast 100 Jahren Nutzung wird das Wehr durch die Wasser- und
Schifffahrtsverwaltung des Bundes für rund drei Millionen Euro grundhaft
instandgesetzt. Rund 140 Kubikmeter Unterwasserbeton sind jetzt zwischen der
Baugrubeneinspundung und dem Fundament des Altbauwerkes eingebracht worden.
"Die IWT Ingenieur-, Wasser- und Tiefbau GmbH aus Frankfurt (Oder) als
Generalauftragnehmer hat damit einen ganz wichtigen Meilenstein im Bauablauf
erreicht. Der Spezialbeton muss jetzt mindestens zehn Tage aushärten, bevor,
voraussichtlich nach Ostern, die Trockenlegung der Baugrube erfolgt. Im
Schutz der fertig gestellten Baugrube kann dann mit der Sanierung der ersten
beiden Wehrfelder und der Fischaufstiegsanlage begonnen werden", informiert
Baudirektor Rolf Dietrich.
Für einen Abfluss des Wassers aus dem Oderbruch werde jedoch stets gesorgt,
versicherte Baubevollmächtigter Axel Schmidt.
Mittwoch, 24. März 2010 (07:02)
