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Tierhaltern geht das Futter aus

Seelow (moz) Obwohl derzeit die Landwirte einerseits über Trockenheit klagen, haben viele auf der anderen Seite nach wie vor mit den Folgen des Binnenhochwassers zu kämpfen. Die sanierten Deiche haben zwar dem jüngsten Oderhochwasser gut standgehalten, aber durch eine stärkere Durchströmung für große Flächenüberflutungen gesorgt.

Wie der Leiter des Landwirtschaftsamtes Jan Paepke im Fachausschuss des Kreistages informierte, können in Nähe der Oder liegende Betriebe für längere Zeit Flächen nicht nutzen. Inzwischen hätten bereits erste Tierproduzenten Probleme mit der Futterversorgung. Um eine Notlage abzuwenden, seien nach Rücksprache mit den zuständigen Behörden bisher ausgenommene Produktionsflächen freigegeben worden, um zusätzlich Futter für solche Betriebe bereitstellen zu können.

Im Fachausschuss erneuerte Günter Tegge (CDU) seine Kritik an der aus seiner Sicht nach wie vor unzureichenden Unterhaltung der Parallelgräben. Zudem brauche das Oderbruch mit seiner besonderen hydrologischen Lage ein Gesamtkonzept für den Schöpfwerksbetrieb. Völlig kontraproduktiv sei die Einteilung von Schöpfwerken I und II. Ordnung. Die der I. Ordnung unterstehen dem Landesumweltamt, die der II. Ordnung dem Gewässer- und Deichverband. „Wie die Schöpfwerke der ersten Ordnung geschaltet werden, kann nicht allein von Potsdam aus entschieden werden“, so Tegge. „Das Problem wird nach wie vor nicht ernst genommen.“ Die Region werde künftig nur dann von Binnenhochwassern verschont, wenn endlich ein Gesamtkonzept stehe.

Der Gewässer- und Deichverband soll in einer der nächsten Sitzungen des Fachausschusses die Wechselwirkung der Anlagen aufzeigen. Man will weiter auch über die politische Schiene Druck machen, um Veränderungen im Interesse einer geordneten Landwirtschaft im fruchtbaren Oderbruch zu erreichen.

05.07.2010 07:37 | moz | DSTEINKRAUS

 

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